Wer bin ich?

... und warum überhaupt?

Mein Geburtsort Itzehoe liegt ca. 60km nördlich von Hamburg, 40km östlich der Nordseeküste und 15km südlich von Wacken. Die charakteristischen Merkmale dieser Orte haben meine Kindheit und Jugend sehr geprägt:

Schleswig-Holstein hieß mal "Land der Horizonte", heute offiziell der "echte Norden". Neben Bergarmut ist die Landschaft vor allem durch viel plattes Land, frische Luft und herrliche Natur - Wälder, Wasser, wilde Tiere - gekennzeichnet. Sommer ist der schönste Tag im Jahr, ansonsten ist meistens Frühling oder Herbst am selben Tag. Das macht auch etwas mit der Mentalität der Menschen, die komplexe Unterhaltungen ausschließlich unter Verwendung der Worte "moin", "jo" und "Tüdelkram" führen können. Fischbrötchen, am liebsten mit Matjes, gehören zur Grundnahrung und konnten auch in meinen veganen Phasen einen Ausnahmetag rechtfertigen. Überhaupt nimmt der/die Nordmann/frau vieles nicht so heiß, wie es gekocht wird, lässt Fünfe gerade sein, ist geduldig und genügsam.

Am Itzehoer Fraunhofer Institut wurde unter anderem die MP3 erfunden, dieser technikaffine Spirit hat mich in jungen Jahren angesteckt; mit 11 Jahren habe ich das erste Mal einen Computer auseinander- und erfolgreich wieder zusammengebaut, mit 18 habe ich mich als Webdesigner nebengewerblich selbstständig gemacht. Außerdem hatten wir dank des hier beheimateten Internet-Hochgeschwindigkeitskabels, dessen langer Weg durch den Atlantik in Itzehoe endet, fast als Erste im Land DSL. Als digitaler Revolverheld habe ich zudem viele Stunden mit PC-Games verbracht.

Aus Itzehoe stammen einige namhafte Musiker, Wacken beherbergt seit vielen Jahren eins der größten Metal-Festivals der Welt. Auch hiervon habe ich mich anstecken lassen: eins der ersten Fotos vom kleinen Kai zeigt ihn stehend unter der Klaviatur des Konzertpianos seiner Eltern, wenig später besuchte er gut zehn Jahre den klassischen Klavierunterricht der lokalen Volkshochschule und tourte mit seinem Lehrer durch Schleswig-Holstein. Viel später entdeckte ich durch Zufall mein heutiges Musik-Idol Frank Turner im Radio; fasziniert davon wünschte ich mir zum nächsten Geburtstag eine Gitarre und fing an, autodidaktisch die Lagerfeuerklampfe zu erlernen. Kleinere Auftritte sind die Ausnahme, doch im privaten Kreis bleiben die Saiten selten ruhig.

Ich gehörte zum letzten Jahrgang, deren männliche Vertreter für den Wehrdienst zur Musterung gehen und entweder tatsächlich neun Monate bei der Bundeswehr dienen mussten, alternativ verweigern und den Zivildienst wählen konnten oder für untauglich ausgemustert wurden. Ich wählte Option B und absolvierte mein Jahr nach dem Abitur in der Küche eines katholischen Altenheims. Eine sehr wertvolle Zeit, in der ich nicht nur kulinarische und organisatorische Erfahrungen sammelte, sondern vor allem das frühe Aufstehen lieben lernte. Außerdem bin ich als Sohn von Gastronomen aufgewachsen und konnte mit vier Jahren mein eigenes Spiegelei braten, noch besser konnte ich mir vor allem die Finger in der Großküche verbrennen. Mehrmals.

Nach dem Abi wollte ich raus, möglichst etwas Neues sehen und erleben. Es wurde trotzdem nur Potsdam. Hier studierte ich Soziologie und Politik-/Verwaltungswissenschaften, engagierte mich ein Jahr lang in der Studierendenvertretung AStA als Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und lebte summa summarum sieben Jahre in dem kleinen, gemütlichen, touristisch optimierten Berlin-Satelliten. In der großen Nachbarstadt ging ich dann dem Masterstudium Zukunftsforschung nach und wurde einer der ersten deutschlandweit, die dieses recht neue Studienfach akademisch abgeschlossen hatten. Zwischendurch gründete ich mit einer Handvoll KommilitonInnen den Alumniverein "Kapitel 21: Zukunftsforschung", wirkte an einem großartigen Forschungsprojekt der Hochschule für Wirtschaft und Recht unter Leitung von Prof. Dr. Birgit Felden mit, und schrieb letztlich meine Masterarbeit zum Thema "Disruptive Entwicklung 'Kostenloser ÖPNV': Utopie oder plausible Zukunft?" im Deutsche Bahn-Konzern. Ironischerweise wurde parallel der Fernbusmarkt liberalisiert und kaum jemand im Konzern hat auch nur annähernd erwartet, was die Marktöffnung für Flixbus und Co. in wenigen Jahren bedeuten wird... außer mir.

Einen Tag nach der mündlichen Prüfung zum Master of Arts Zukunftsforschung haben ein Kommilitone und ich uns auf unsere Fahrräder geschwungen, Zelte und Proviant eingepackt und sind von Potsdam/Berlin rund 2300 Kilometer quer durch Deutschland und Frankreich geradelt. Das Ganze dauerte vier Wochen und zählt zu den wertvollsten Erfahrungen meines Lebens.

Nach dem Studium habe ich zunächst eine Zwischenstation als Innovation und Marketing Manager in einem kleinen Berliner Verlags-Startup gemacht. Dann landete ich beim Leipziger 2b AHEAD ThinkTank und sorgte knapp über vier Jahre dafür, dass der neu gegründete Bereich für Trendstudien mit wissenschaftlicher Methodik arbeitet. Anfang 2016 begann ich dann damit, die Denkfabrik in der coolsten Stadt Ostdeutschlands vereinzelt für Keynotes zu verlassen. Schnell merkte ich, dass mir diese Außeneinsätze extrem viel Freude bereiten und das Feedback war durchweg positiv. Von 24 Auftritten in 2016 stieg die Anzahl der Reden auf 59 im Jahr 2017. Im folgenden Jahr 2018 waren es dann 72 Stück ... neben dem Vollzeitjob als Senior Researcher eine fast unmögliche Herausforderung, wäre da nicht ein großartiges Team aufseiten 2b AHEAD und der 5 Sterne Agentur gewesen.

Nun, im Frühjahr 2019, ist es soweit und ich wage den Schritt in die Selbstständigkeit. Den Blick gespannt und optimistisch in Richtung Zukunft gewandt, Rückenwind in den Segeln und den Horizont fest im Fokus.

Futuristische Grüße
Kai Gondlach

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