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Zukunft erforschen – Klingt nach Kaffeesatz und Kristallkugel? Weit gefehlt; die Zukunftsforschung ist eine seriöse Wissenschaft, die sich in Deutschland im akademischen Bereich (noch) in erster Linie auf Berlin konzentriert. An dieser Stelle sei auf das Institut Futur der Freien Universität Berlin verwiesen, an dem der Masterstudiengang Zukunftsforschung angeboten wird. Natürlich gibt es darüber hinaus jede Menge Trendforschungsinstitute und Beratungsunternehmen, die über Zukunft sprechen. Egal, weiter im Text.

Das Credo der Zukunftsforschung:

„Zukunftsforschung ist die wissenschaftliche Befassung mit möglichen, wünschbaren und wahrscheinlichen Zukunftsentwicklungen und Gestaltungsoptionen sowie deren Voraussetzungen in Vergangenheit und Gegenwart.“ (Rolf Kreibich)

 

Wir befassen uns also mit den Bildern, die heute vom morgen existieren. Es handelt sich dabei um mehr oder weniger unbewusste Projektionen der Zukunft, die selbstverständlich keine unfehlbaren Prognosen zulassen. Das ist aber auch nicht der Zweck der Disziplin. Im Gegenteil: viel wichtiger ist es, Orientierungswissen zu schaffen, auf dessen Grundlage weitreichende (strategische) Entscheidungen getroffen werden können.

Dieser Ansicht liegt ein bestimmtes Weltbild zugrunde. Die Zukunft ist nicht determiniert, sondern wird durch Handlungen konstruiert. Wir haben es in der Hand, wie die Welt von morgen aussieht. Daher ist es umso wichtiger, mit den richtigen Aktionen ein lebenswertes Fundament für zukünftige Generationen zu legen.

Ich bin überzeugt, dass es erstens nicht die eine Zukunft gibt und dass zweitens ein „Blick“ in die Zukunft möglich ist. Natürlich meine ich nicht, dass wir genau voraussagen können, was wann passiert – aber wir können anhand der fest stehenden Pläne zentraler Akteure recht präzise abschätzen, welche kurz- und mittelfristigen Veränderungen schon heute beschlossen sind und welche Wechselwirkungen sich daraus für angrenzende Bereiche ergeben.

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